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Samstag, 23. Juni 2018

Donnerstag, 10. Mai 2018 10:49 Alter: 44 Tage

Humanitäres Völkerrecht aktueller denn je - Podiumsdiskussion im Bayerischen Landtag anlässlich des Weltrotkreuztages

200 geladene Gäste nahmen am Jahresempfang des Bayerischen Roten Kreuzes im Bayerischen Landtag teil.

Auf dem Podium diskutierten Experten die Aktualität des humanitären Völkerrechts.

Martin Zell (li.) vom Münchner Roten Kreuz im Interview mit Jürg Kesselring, Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.

Anlässlich des Weltrotkreuztags am 8. Mai veranstaltete das Bayerische Rote Kreuz (BRK) seinen Jahresempfang in den Räumen des Bayerischen Landtags. Etwa 200 geladene Gäste feierten neben diesem Anlass auch den Beitritt Bayerns zur Genfer Konvention vor 152 Jahren. Daher stand auch das humanitäre Völkerrecht im Vordergrund der Veranstaltung. Das Münchner Rote Kreuz nahm mit drei Vorstandsmitgliedern und zwei weiteren Vertretern an der Veranstaltung teil.

 

In einer Podiumsdiskussion unter Moderation von Anouschka Horn diskutierten Prof. Jürg Kesselring, Mitglied des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Dr. Johannes Richert, stv. Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und Prof. Daniel-Erasmus Khan, Völkerrechtler an der Universität der Bundeswehr München über die aktuellen Herausforderungen des Völkerrecht. Das seien nicht nur neue Methoden der Kriegsführung, sondern auch die vielen nichtstaatlichen Akteure, die weltweit an bewaffneten Konflikten teilnehmen und die zum Teil schwer für die Anliegen des humanitären Völkerrechts und den Schutz der Konfliktopfer zu sensibilisieren seien. Johannes Richert betonte dabei, dass es für die Opfer und Betroffenen keinen Unterschied mache, wer Konfliktpartei sei und welche Waffen eingesetzt würden. Das Leiden sei immer gleich groß. Daher lohne sich der Einsatz der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung für die Einhaltung des Völkerrechts und speziell der Genfer Abkommen heute mehr denn je: "Wir geben nicht auf, wir geben nicht nach", betonte Jürg Kesselring.

 

Es folgte eine weitere Diskussionrunde mit Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes und Vertretern aus Politik und Gesellschaft zur Frage "Was wäre Bayern ohne Rotes Kreuz". Darin betonte Zellner die vielfältigen Herausforderungen von der Pflege über den Bevölkerungsschutz bis hin zum Rettungsdienst. Das Podium war sich einig, dass Bayern ohne das Engagement der ehrenamtlichen und beruflichen Rotkreuzler*innen deutlich ärmer und kälter wäre.

 

Den anschließenden Stehempfang nutzten die Gäste für intensiven Austausch und Dialog sowie zur Betrachtung der Fotoausstellung von Ibrahim Malla. Der syrisch-italienische Fotograf hat die Arbeit des syrisch-arabischen Roten Halbmonds intensiv mit der Kamera begleitet.