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Samstag, 23. Juni 2018

Montag, 14. Mai 2018 07:47 Alter: 40 Tage

Großunfallsymposium in Schwaben: Rotes Kreuz übt Terror- und Amoklagen

Die Grenze zwischen Übung und Realität verschwimmt, wenn an der Patientenablage die Mimen versorgt werden

Die Helfer*innen des Münchner Roten Kreuzes auf dem Weg nach Bodelsberg

Die Mimen waren nicht nur realistisch geschminkt, sondern spielten ihre Rollen auch täuschend echt, um Stress bei den Einsatzkräften zu erzeugen. Fotos: Wamser/Taheri-Sohi BRK BV Schwaben, P. Steigenberger

Mit großem Einsatz haben sich rund 400 ehrenamtliche Helfer*innen des Bayerischen Roten Kreuzes BRK) auf dem Großunfallsymposium (GUS) am Standortübungsplatz Bodelsberg bei Kempten auf mögliche Terror- und Amoklagen vorbereitet. Bei vier aufwändig gestalteten Szenarien und Workshops konnten sie über das verlängerte Wochenende trainieren, was bei solchen Einsätzen zu tun ist.

 

Das Münchner Rote Kreuz beteiligte sich mit 20 ehrenamtlichen Helfer*innen aus verschiedenen Einheiten an der Übung. Neben einer Schnelleinsatzgruppe (SEG) Transport und einem Teil einer SEG Behandlung, die direkt an den Übungsszenarien teilnahmen, waren auch ein Verpflegungstrupp und zwei Trupps des Fachdienstes Technik und Sicherheit aus München beteiligt. Diese sorgten für die Logistik, Versorgung und Verpflegung der Helfer*innen.

 

Explosionen, Feuer und 150 geschminkte und schreiende Verletztendarsteller*innen machten die Übungsszenarien erschreckend realistisch. Als Vorlage für die Drehbücher dienten die echten Anschläge von Nizza, Paris, Berlin und München. Die Einsatzkräfte wussten bis zur Alarmierung nicht, was sie erwartet. Die Versorgung von Schusswunden und Verletzungen durch Sprengstoff war für viele in der Praxis neu. Teilweise kamen während der Versorgung der Verletzten weitere Gewaltschauplätze hinzu und die Zahl der „Opfer“ stieg auf bis zu 100 an. „Hier kommt es darauf an, dass unsere Einsatzkräfte die Situation schnell erfassen und systematisch vorgehen.“, erklärt Szenarioplaner Alessandro Genovese vom BRK Kreisverband Oberallgäu.

 

„Jeder unscheinbare Einsatz kann auch für uns selbst durch Terror oder Amok zur Bedrohung werden.“, sagt der Cheforganisator Dr. Michael Stemmler. Ist das der Fall, muss die Polizei den Nahbereich um den Täter sichern, bis keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. So lange müssen die Rotkreuzhelfer*innen warten, um nicht selbst Ziel eines Angriffs zu werden. Um das möglichst realistisch zu üben, kamen Polizeibeamte aus der Region in ihrer Freizeit auf das Übungsgelände und stellten die Terrorabwehr so dar, wie sie im Ernstfall aussehen kann.

 

Mit rund 400 Teilnehmer*innen und nochmal so vielen Helfer*innen für Verpflegung, Infrastruktur, Kommunikation und Verletztendarstellung war das Großunfallsymposium des BRK Schwaben die bisher größte Übung für Ehrenamtliche in Bayern. „Wir haben gezeigt, mit welcher Schlagkraft wir Terrorlagen begegnen können. Ich bin von der Professionalität und Leidenschaft unserer ehrenamtlichen Rotkreuzhelfer*innen beeindruckt. Wir hoffen, dass Terror- und Amoklagen in der Region niemals Realität werden, durch das Großunfallsymposium sind wir nun besser darauf vorbereitet.“, sagt Landesbereitschaftsleiter Michael Raut.